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Glossar rund um Duft

Begriffe aus Parfümerie, Kennzeichnung und Anwendung, kurz erklärt.

Duftpyramide
Modell aus Kopf-, Herz- und Basisnote, das den zeitlichen Verlauf eines Duftes beschreibt. Kopfnoten sind flüchtig und prägen den ersten Eindruck, Herznoten tragen den…
Kopfnote
Der erste Eindruck eines Duftes, getragen von leicht flüchtigen Molekülen. Zitrus- und Kräuternoten dominieren hier. Nach zehn bis dreißig Minuten sind Kopfnoten weitgehend verflogen.
Herznote
Der Kern eines Duftes, der sich nach dem Verfliegen der Kopfnote zeigt und mehrere Stunden trägt. Blumige und würzige Noten sind typisch.
Basisnote
Die langlebigste Schicht, meist aus Hölzern, Harzen, Moschus und Vanille. Sie fixiert flüchtigere Bestandteile und verlängert deren Wahrnehmbarkeit.
Ätherisches Öl
Konzentrierter, flüchtiger Pflanzenauszug, gewonnen meist durch Wasserdampfdestillation oder Kaltpressung. Natürlich bedeutet nicht harmlos: Ätherische Öle sind hochkonzentriert, können hautreizend und allergen sein und sind…
Parfümöl
Duftkomposition aus natürlichen und synthetischen Bestandteilen, speziell für die Beduftung entwickelt. Parfümöle sind in der Regel stabiler, planbarer und günstiger als reine ätherische Öle…
Hydrolat
Das bei der Wasserdampfdestillation anfallende Duftwasser, deutlich schwächer als das ätherische Öl. Wird für milde Sprays verwendet und ist ohne Konservierung nur kurz haltbar.
Lösungsvermittler
Substanz, die Öl und Wasser mischbar macht. In selbst gemachten Sprays übernimmt hochprozentiger Alkohol diese Rolle; alkoholfreie Alternativen sind kosmetische Solubilisatoren.
Sillage
Die Duftspur, die im Raum zurückbleibt. Bei Raumdüften entscheidet sie darüber, ob ein Duft als präsent oder aufdringlich wahrgenommen wird.
Anosmie und Gewöhnung
Der vollständige oder teilweise Verlust des Geruchssinns. Häufiger im Alltag ist die Gewöhnung: Die Nase blendet einen konstanten Duft nach etwa zwanzig Minuten aus,…
Limonen
Terpen aus Zitrusschalen, verantwortlich für den typischen Zitrusduft. Gehört zu den kennzeichnungspflichtigen Duftstoffallergenen und oxidiert an der Luft zu stärker sensibilisierenden Verbindungen.
Linalool
Duftstoff in Lavendel, Bergamotte und vielen Blüten. Kennzeichnungspflichtiges Allergen, dessen Oxidationsprodukte hautsensibilisierend wirken.
Cumarin
Süßlich-heuartiger Duftstoff aus Tonkabohne und Waldmeister. Kennzeichnungspflichtig und in Lebensmitteln mengenmäßig begrenzt.
Eugenol
Hauptbestandteil des Nelkenöls, würzig und hautreizend. Kennzeichnungspflichtiges Duftstoffallergen.
Duftstoffallergene
Duftstoffe mit belegtem Potenzial, Kontaktallergien auszulösen. Die EU-Kosmetikverordnung verlangt ihre namentliche Nennung ab bestimmten Schwellenwerten. Mit der Verordnung (EU) 2023/1545 wurde die Liste von…
CLP-Verordnung
EU-Regelwerk zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer Gemische. Raumsprays und Lufterfrischer müssen danach eingestuft und mit den entsprechenden Gefahrenhinweisen versehen werden.
IFRA-Standards
Selbstregulierung des internationalen Duftstoffverbands, die Höchstmengen und Verwendungsverbote für einzelne Duftstoffe festlegt. Keine gesetzliche Vorschrift, faktisch aber Branchenmaßstab.
Phototoxizität
Eigenschaft mancher kaltgepresster Zitrusöle, unter Sonnenlicht Hautreaktionen auszulösen. Verursacht durch Furocumarine wie Bergapten. Für Raumsprays relevant, wenn der Nebel auf die Haut gelangt.
Flüchtige organische Verbindungen
Sammelbegriff für Stoffe, die bei Raumtemperatur in die Luft übergehen. Raumdüfte tragen zur Innenraumkonzentration bei, weshalb Umweltbehörden regelmäßiges Lüften empfehlen statt dauerhafter Beduftung.
Treibgas und Pumpsprüher
Aerosoldosen arbeiten mit verflüssigtem Treibgas, Pumpsprüher mit mechanischem Druck. Pumpsprüher erzeugen größere Tröpfchen, die schneller zu Boden sinken; Aerosole verteilen feiner und bleiben länger…
Diffusor
Gerät zur kontinuierlichen Duftabgabe, entweder über Ultraschallvernebelung, Verdunstung an Stäbchen oder Kaltverneblung. Anders als das Spray wirkt der Diffusor dauerhaft, was die Duftgewöhnung verstärkt.
Duftkerze
Duftabgabe über die Schmelze des Wachses. Anders als beim Spray entstehen zusätzlich Verbrennungsprodukte und Feinstaub, weshalb Innenraumhygieniker zu regelmäßigem Lüften raten.
Professionelle Raumbeduftung
Systematische Beduftung von Geschäftsräumen über Lüftungsanlagen oder Standgeräte. Ziel ist Wiedererkennung und Aufenthaltsdauer; die Wirksamkeit auf Kaufverhalten ist Gegenstand der Marketingforschung und wird uneinheitlich…
Duftmarketing
Einsatz von Duft als Markenelement. Es gibt Untersuchungen zu Effekten auf Verweildauer und Bewertung; die Ergebnisse schwanken stark je nach Studiendesign und lassen sich…
Geruchsschwelle
Die geringste Konzentration, bei der ein Stoff wahrgenommen wird. Sie unterscheidet sich zwischen Substanzen um mehrere Zehnerpotenzen und zwischen Menschen erheblich.
Olfaktorisch
Den Geruchssinn betreffend. Die Riechschleimhaut im oberen Nasenraum trägt Millionen von Rezeptorzellen, deren Signale direkt in Hirnregionen gelangen, die Emotion und Gedächtnis verarbeiten.
Proust-Effekt
Das Phänomen, dass Gerüche besonders lebhafte und emotional aufgeladene Erinnerungen auslösen. Benannt nach der Madeleine-Episode in Marcel Prousts Roman. Erklärt wird er über die…
Aromatherapie
Anwendung ätherischer Öle mit gesundheitlichem Anspruch. Für einzelne Anwendungen gibt es Studien, die Evidenzlage ist insgesamt schwach und heterogen. Als Wohlfühlmaßnahme unstrittig, als Therapieersatz…
Geruchsneutralisierer
Produkte, die Geruchsmoleküle binden oder chemisch verändern, statt sie zu überdecken. Häufig auf Basis von Cyclodextrinen. Ein klassisches Raumspray überdeckt dagegen nur.
Natron als Geruchsbinder
Natriumhydrogencarbonat bindet saure Geruchsstoffe. Wirkt offen aufgestellt langsam und begrenzt, ist aber unbedenklich und günstig.
Aktivkohle
Poröses Material mit sehr großer innerer Oberfläche, das Geruchsmoleküle adsorbiert. Wirkt geruchsneutral statt überdeckend und ist für Kühlschrank, Schuhschrank und kleine Räume geeignet.
Duftstoffallergie
Kontaktallergie gegen einzelne Duftstoffe, in Europa eine der häufigsten Kontaktallergien überhaupt. Diagnostiziert wird sie über den Epikutantest. Betroffene müssen die deklarierten Einzelstoffe auf Produkten…
Haltbarkeit von Duftprodukten
Ätherische Öle und fertige Sprays altern durch Sauerstoff, Licht und Wärme. Oxidierte Zitrus- und Nadelöle riechen ranzig und sind stärker hautsensibilisierend als frische.